Klassenfahrt

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13.07.2012, 12:00
Hallo zusammen,

ich hab mal wieder ne Frage. Wir (Klasse 10) gehen nächste Woche auf Klassenfahrt nach HH. Unser alter Klassenlehrer hat uns vor den Klassenfahrten immer einen Zettel mit Allergien, Medikamenten, der Nummer der Eltern, usw. ausfüllen lassen. Unsere neue Klassenlehrerin hat das nicht gemacht. Nun meine Frage: Ist so ein Zettel Pflicht? Oder nur Kür ;) ?
Weiß jemand zufällig wie das in BW (nicht Y-Tours ;) ) ist?
Danke für die Antwort.

Gruß Sam

13.07.2012, 12:42
Dieser Zettel ist eine Möglichkeit (btw: dessen Ausfüllen ist nicht Pflicht), jedoch keinesfalls notwendig.
Prinzipiell steht der Lehrerin die Möglichkeit offen in dringenden Fällen eure Eltern über die Schule (dort sind ja Kontaktdaten hinterlegt) erreichen zu können.

Ich persönlich würde den Zettel nicht als "Kür" bezeichnen, denn nur selten wird mit diesen Zetteln verantwortungsvoll und datenschutzrechtlich korrekt umgegangen (bspw. vom Klassensprecher eingesammelt, einsehbar auf den Tisch gelegt usw.).

Desweiteren setzen sich meiner Erfahrung nach die wenigsten Laien mit den Medikamenten auseinandern. Entweder habe ich ein Kind, das das Präparat eigenständig einnimmt und kennt (dann braucht der Lehrer aber nichts davon zu wissen) oder ein Kind, wo die Einnahme überwacht oder bei Komplikationen gehandelt werden muss. Dies setzt dann aber auch ein Auseinandersetzen mit dem Medikament voraus.
Mitglied bei *dem* BRK und bei den Brandpatschen

13.07.2012, 13:26
Original von Max
Desweiteren setzen sich meiner Erfahrung nach die wenigsten Laien mit den Medikamenten auseinandern. Entweder habe ich ein Kind, das das Präparat eigenständig einnimmt und kennt (dann braucht der Lehrer aber nichts davon zu wissen) oder ein Kind, wo die Einnahme überwacht oder bei Komplikationen gehandelt werden muss. Dies setzt dann aber auch ein Auseinandersetzen mit dem Medikament voraus.


Dem stimme ich so nicht zu. Eine brauchbare Anamnese zu haben finde ich als RDler sehr wichtig. Diese ist oftmals in solchen Situationen schwer zu erheben, weil auch keiner sich sicher ist. So ein Zettel bietet da schon deutlich mehr Info, wenn auch der Lehrer vlt. nix damit anfangen kann. Ein ähnliches Prinzip wie Arztbriefe und Übergabezettel in Altersheimen. Da ich dort ausschließlich Pflegepersonal antreffe die grade neu sind, nicht für den Pat zuständig, aus dem Urlaub, andere Station, nur aushelfen, sonst Tagdienst machen, selber Kopfschmerzen haben, damit gerechnet haben das die Welt gestern untergehen würde, sind diese Zettel meine (anamnestische) Rettung.
" Die jungen Leute von heute sind wesentlich angenehmer als in den 60er, 70er und 80er Jahren. Sie sind toleranter und respektvoller, auch älteren Leuten gegenüber. "
- Heino

13.07.2012, 23:00
Mit dieser Begründung könnte man aber auch im normalen Unterrichtsalltag so eine Liste fordern.

Ich gehe mal davon aus, dass niemand mehr aus Sams Klasse mit 16 Jahren dazu aufgefordert werden muss seine (Dauer-)Medikament zu nehmen. Und bei einer Bedarfsmedikamentation (z.B. Anapen, Asthmaspray) sollte man als Lehrkraft, sofern ich diese Information vorab einhole, nicht nur den Präparatsnamen sondern auch den Grund kennen und erkennen können wenn dieses Ereignis eingetreten ist.

Und im Umkehrschluss sollte man sich bei einem fehlenden Eintrag auf der Liste nicht automatisch darauf verlassen.

Deshalb hinkt auch der Vergleich mit dem Pflegepersonal etwas, diese Listen sollten vollständig und ärztlich geprüft sein, und das Personal sollte zumindest grundlegend mit der Applikationsform vertraut sein.


Kleine Anekdote eines Kollegen, der ehrenamtlich auf Ferienfreizeiten hilft:
Seine Kollegen fragten die Kinder immer auf vorhandene Allergien/Krankheiten, er hakte dann immer nach wie sich die Allergie/Krankheit äußert und was dagegen dann hilft. Anfangs für sein Interesse belächelt waren dann alle sehr froh als in einer Akutsituation er genauer Bescheid wusste.

Bitte mich nicht falsch verstehen, ich bin nicht per se gegen die Erhebung der Informationen, nur wenn dann bitte konsequent und verantwortungsvoll.

Aus eigener (schlechter) Erfahrung:
Beginn einer einwöchigen Veranstaltung, Kennenlernrunde im Stuhlkreis, jeder stellt sich vor und soll gleich seine Allergien/Krankheiten/Medikamenten sagen, damit die Betreuer nur mitschreiben brauchen...
Mitglied bei *dem* BRK und bei den Brandpatschen

14.07.2012, 08:53
Original von Max


Aus eigener (schlechter) Erfahrung:
Beginn einer einwöchigen Veranstaltung, Kennenlernrunde im Stuhlkreis, jeder stellt sich vor und soll gleich seine Allergien/Krankheiten/Medikamenten sagen, damit die Betreuer nur mitschreiben brauchen...


Na super! So ein Vorgehen würde wohl jeder Datenschützer in der Luft zerreißen.

Also, ich hätte keinen Bock, vor allen anderen mein Krankheitsleben auszubreiten.

Schon mal daran gedacht, dass das vielleicht negative Folgen für den Teilnehmer haben kann, wenn er seine Erkrankungen so offenbart?
35 Jahre, Im-RTW-beim-Patienten-Sitzer, hauptamtlicher "Zivi"-in-den-Hintern-Treter, ehrenamtl. Löschknecht, Obermufti von einigen SSDs -- im schönsten Bundesland der Welt: Schleswig-Holstein!

15.05.2013, 07:13
Also ich habe auch ein paar Allergien und ich muss das auch behandeln weil ich sonst umkippe und wir müssen wenn wir auf Klassenfahrt fahren es auch auf einen Zettel schreiben damit unser Lehrer sich sicher fühlt
....nur so meine Meinung, bin auch schon wieder still :P
Ich komme noch für Rechtschreibfehler auf. DLRG ist mein Verein und ich wohne da, wo andere Urlaub machen: in Schleswig- Holstein.

15.05.2013, 12:17
Interpunktion: nicht gefunden.
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