Pat. 14 Jahre alt, Bewusstlos unterwasser geworden.

Hier könnt ihr erlebte Einsätze schildern und sie können von uns gemeinsam besprochen werden.

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30.01.2010, 12:10
Moin!
Gestern Abend war ich, wie (fast) jeden Freitagabend in der Schwimmhalle, zum schwimmen und ausbilden (DLRG).

Auf einer anderen Bahn war der Schnorcheltaucherkurs und Streckentauchen war angesagt. Der 14 Jährige tauchte die 25 Meter durch, wendete und hörte mit gezielten Bewegungen auf, drehte sich leicht auf die Seite.
Der Ausbilder sprang ins Wasser, zog den Jungen hoch, versuchte den Schnorchel zu entfernen was dazu führte dass sich das Mundstück vom Schnorchel löste, da der Junge verkrampft in das Mundstück biss.

Der Junge wurde an "land" gezogen und ich versuchte kurz auch das Mundstück zu entfernen, aber da biss er mit Kraft rein. Augen waren geöffnet, GCS war zu dem Zeitpunkt 3.

Hab ihn grad in die Seitenlage gerollt, und gemerkt das der Körper ziemlich angespannt ist, da wacht er auf, und spuckt das Mundstück aus. Er errinert sich an alles vor und nach dem Ereigniss. Zungenbiss war keiner (welch Wunder), der Junge war stark Zyanotisch gewesen, die Zyanose ging aber schnell zurück als er aufklarte.

RTW wurde alarmiert, diese ermittelten eine HF von 130 bpm, und transportierten ins nächste KH (ohne SoSi).


Meeeiiiiine Frage: Was war das :D
Und ja ich weis, eine Antwort könnt ihr mir nciht geben, nur Lösungsvorschläge. So ein Vorfall war dem Jungen vorher nicht bekannt, und auch den eltern nicht.

Meine Vermutungen:
"Schwimmbad Blackout"
"Krampfanfall" (Auslöser ist die Luftnot)

Aber herausfinden werd ich es nicht (egal was die Ärzte ihm sagen, ich bezweifle das er es verstehen und sich merken wird, um mir es zu erklären).
" Die jungen Leute von heute sind wesentlich angenehmer als in den 60er, 70er und 80er Jahren. Sie sind toleranter und respektvoller, auch älteren Leuten gegenüber. "
- Heino

30.01.2010, 12:39
Meine Vermutung wäre mal folgende:

Durch gezielte Hyperventilation vor dem Streckentauchen hat der Taucher sein Co2 im Blut deutlich abgesenkt. Damit fiel ihm sein stärkster Atemantrieb weg bzw. wurde reduziert. Damit hat der Atemantrieb durch den fehlenden Sauerstoff nicht ausgereicht und er wurde durch die Hypoxie bewußtlos.
Daher lernt man ja auch, dass man vor dem Beginn eines Streckentauchens normal atmen soll.
Es ist Dein Recht, Waffen abzulehnen. Es ist Deine Freiheit, nicht an Gott zu glauben. Aber wenn jemand in Dein Haus einbricht, sind die ersten beiden Dinge, die Du tun wirst: Jemanden mit einer Waffe rufen und beten, dass er rechtzeitig da ist.

30.01.2010, 12:59
Ja, das wäre ja der umgangssprachliche Schwimmbad Blackout. Wie ist die Verkrampfung zu erklären?

Er streitet eine Hyperventilation ab, was natürlich nicht stimmen muss. Jeder Patient lügt immerhin ;)
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- Heino

30.01.2010, 14:10
Also ich habe vor ein paar Jahren mal einen Schwimmbadblackout mitbekommen. Allerdings ist es bei dem Patienten zu keinerlei Verkrapfungen gekommen und mir wäre jetzt auch nicht bekannt, dass man beim Schwimmbadblackout dermaßen verkrampft.

Dass er keinen Zungenbiss hatte, lässt sich ja leicht erklären. Schließlich hatte er ja noch das Mundstück zwischen den Zähnen.

Das einzige, was mich daran wundert, ist, dass der Patient überhaupt in der Lage war, durch den Schnorchel zu hyperventilieren, wenn er das denn gemacht haben sollte. Jeder, der das schonmal ausprobiert hat, wird feststellen, dass das Hyperventilieren durch den Schnorchel nicht so einfach ist.
Ich bin als Rettungsschwimmer geboren, mit Wasser gestillt und aufgezogen! Hurra!:P

leverkusen.dlrg.de
www.drk-lev.de

31.01.2010, 00:18
Das mim Zungenbiss war schon klar, danke ;)

Und hyperventilieren geht gut durchn Schnorchel, wahlweise hätte er auch den Schnorchel NACH dem Hyperventilieren in Mund stecken können.
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- Heino

31.01.2010, 00:29
Naja, was Hyperventilieren durch den Schnorchel angeht, habe ich wie gesagt andere Erfahrungen gemacht. Mag aber auch daran liegen, dass ich den guten alten Aldi-Schnorchel habe...
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31.01.2010, 00:33
Du SOLLST gar keine Erfahrungen im hyperventilieren haben :D
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- Heino

31.01.2010, 00:53
Ich muss doch schließlich wissen, warum ich meinen Kiddies das verbiete...du darfst alles, du musst es nur gut begründen können oder, wenn du das nicht kannst, darfst du dich nicht dabei erwischen lassen :P
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31.01.2010, 09:34
Ich weiß, ich wiederhole mich an dieser Stelle:
Bei etwa 80-90% der Patienten, die eine Synkope erleiden, kommt es nach dem Eintritt der Bewußtlosigkeit zu einem Krampfanfall. Dies ist weitaus häufiger, als ein richtiger Krampfanfall, bei dem erst der Krampf eintritt und danach die Bewußtlosigkeit. die Beobachtung, dass der Patient bei der Rettung aus dem Wasser gekrampft hat, spricht also nicht gegen die Möglichkeit einer Hypoxie durch vorangegangene Hyperventilation.
Es ist Dein Recht, Waffen abzulehnen. Es ist Deine Freiheit, nicht an Gott zu glauben. Aber wenn jemand in Dein Haus einbricht, sind die ersten beiden Dinge, die Du tun wirst: Jemanden mit einer Waffe rufen und beten, dass er rechtzeitig da ist.


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