[Egal] Ab in die Osterferien

Notfallszenarien für Ersthelfer bis Rettungsdienstmitarbeiter.

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12.04.2009, 06:17
Ok, dann probiere ich mal weiter. Ich hoffe, es ist nicht schlimm, dass ich noch nie Ski gefahren bin? ?(

Ich brauche 2 Samsplints um das Knie zu schienen. Die eine Schine leg ich links am verletzten Bein an, sodass das Eine Ende ungefähr am OS endet und das andere Ende um den Fuß gelegt werden kann. Das gleiche mche ich auf der rechten Seite des verletzten Beins. Am Auf der Fußsohle liegen beide Samsplits übereinander, die so gebogen werden, dass nichts absteht. Die beiden Sampsplints liegen jetzt eng am Bein an, sodass ich die Fixierbinden nehmen kann, um das Ganze zu fixieren (Bein mit den Samsplints damit umwickeln). Ist das so einigermaßen gut beschrieben? xD
Wie fühlt sich die Patientin damit?

Kann ich noch irgendwie helfen?
Zuletzt geändert von Nele24 am 12.04.2009, 06:19, insgesamt 2-mal geändert.
18 Jahre, San C, Mitleiterin des SSD ( ~25 Mitglieder bei ca. 1650 Schülern)

12.04.2009, 08:24
Der Heli schwebt jetzt über euch. Du beugst dich über deine Patientin und schützt ihren Kopf mit deinem Körper und deinen Händen. Es ist lausig kalt. Überall wirbeln Eisstückchen und Schnee durch die Gegend.
Doch dann hört das Gewirbel langsam auf und du siehst 2 Leute vom Heli mit Steigeisen auf euch zukommen. "Joa, wos isn passiert" fragt dich der eine.
SSD-Koordinator
Rettungssanitäter & Gruppenführer

12.04.2009, 08:46
Das Mächen ist anscheinend gestürzt und hat sich ihr Knie verletzt. Si ehat starke Schmerzeh und das Knie wurdemittels Samsplint geschient. Sie war die ganze zeit über ansprechbar.
18 Jahre, San C, Mitleiterin des SSD ( ~25 Mitglieder bei ca. 1650 Schülern)

12.04.2009, 09:00
"Joa, hast du noch iwelche Werte gemessen? Wie genau ist der Unfall passiert? Kopfverletzungen?"
SSD-Koordinator
Rettungssanitäter & Gruppenführer

12.04.2009, 09:42
(Was soll ich jetzt darauf antworten, habe ja erst später das FB übernommen ;) )
18 Jahre, San C, Mitleiterin des SSD ( ~25 Mitglieder bei ca. 1650 Schülern)

12.04.2009, 10:18
Ok, die Helibesatzung nimmt den Patienten am langen Tau mit. Das heißt der Heli fliegt nochmal an, die Besatzung fängt das Kabel, hakt sich ein und weg sind sie...


Live selbst erlebt im Skiurlaub diese Woche. Kritik undsoweiter kommt später, jetzt erstmal ihr.
SSD-Koordinator
Rettungssanitäter & Gruppenführer

12.04.2009, 10:39
Ich habe einen ähnlichen Fall im Januar erlebt. Eine Frau mittleren Alters war auf der Piste gestürzt. Als ich nach dem Ausstieg aus dem Sessellift die Unfallstelle erreichte, war ein Mitarbeiter der Bergwacht gerade dabei, den Ort abzusichern. Ich hielt ca. einen Meter unterhalb der Frau an, stellte mich als Notarzt vor und fragte, was passiert ist und ob ich helfen könnte. Die Frau hatte in Ruhe mäßige Schmerzen, der Bergwachtler sprach vom Klassiker "verdrehtes Knie" und daß der Akia unterwegs sei. Weil die Frau ansprechbar und orientiert war und ich nicht helfen konnte, bin ich weitergefahren. Eine Untersuchung des Knies durch die Skibekleidung hätte wenig Aufschlußreiches ergeben und wäre letztendlich ohne Konsequenzen geblieben.

Deshalb meine Kritik:

1. Bergwacht verständigen schreibt sich so einfach. Wie macht man das denn in der Praxis? Vor allem, wenn man alleine ist...

2. Kleidung im Schnee und in der Kälte aufzuschneiden ist sicherlich nicht optimal. Wärmeschutz ist wichtig. Gut, daß Ihr das unterlassen habt.

3. Obwohl ich schon viel gesehen habe reichte meine Phantasie nicht aus, mir vorzustellen, wie man effektiv ein Knie mit (meterlangen?) SamSplints schient. Und das Ganze im steilen Gelände. Die nächste Frage wäre: in welcher Position würde man denn das Knie immobilisieren?. Ich glaube, hier fehlt den Usern die praktische Erfahrung. Ein erwachsenes Knie mit den üblichen Devices zu schienen ist schwierig bis unmöglich. Vor allem bei den beschriebenen Gegebenheiten. Von den Gebrauchsmaterialien mal abgesehen. Da bräuchte man schon viele elastische Binden. Mit Mullbinden kommt man da nicht weit. Deshalb mein Tipp: die Patientin das Knie so liegen lassen, wie sie es möchte. In der Vakuummatratze des Akia kann man dann eine gewisse Schienung erzeugen.

Insgesamt würde ich dazu tendieren, vor Ort eine Lebensgefahr auszuschließen, die Patientin vom Berg evakuieren und alles weiter unter kontrollierbareren Bedingungen in wärmerer Umgebung durchzuführen.

12.04.2009, 13:11
Also ich habe es in meinem San B gelernt, wie man mithilfe Samsplints auch Knie schienen kann (inn gestreckter Form). Ich bin davon ausgegangen, dass das Bein gestreckt ist und nicht angewinkelt. Ich denke, wäre es angewinkelt gewesen, bräuchte man mehr Helfer.
18 Jahre, San C, Mitleiterin des SSD ( ~25 Mitglieder bei ca. 1650 Schülern)

12.04.2009, 13:44
@Nele24

Durch eine Skihose? ;)

Grundsätzlich ist das wünschenswert, aber wie gesagt, schwer zu realisieren. Vor allem in diesem Fall. Bei der Immobilisation in diesem Fall ist vor allem Analgesie primäres Ziel. Das Trauma, wahrscheinlich ein Kniebinnenschaden mit Kreuzbandriß und/oder Meniskusschaden, wird davon wenig positiv beeinflußt. Ist in so einem Fall wirklich eine stärkere Analgesie notwendig, wird diese medikamentös erfolgen müssen. Dagegen steht die lange Verweildauer in der Kälte bis zu Eintreffen eines Arztes, das gleiche gilt für aufwendigere und wahrscheinlich vergebliche Schienungsversuche. Möglicherweise verhindert ein in gerader Position fixiertes Bein sogar die gefahrlose Rettung auf der steilen Piste. Also: kurz die Zähne zusammenbeißen und in das Transportmittel (Akia) eingeladen und mit der Vakuummatratze ruhiggestellt. Normalerweise reicht das. Wenn natürlich aus rettungstechnischen Gründen ein arztbesetzter Hubi eingesetzt werden muß, kann auch parallel eine medikamentöse Schmerzlinderung erfolgen.

Nicht vergessen: keep it simple und mach' es nicht noch schlimmer! :)

13.04.2009, 00:13
Moinsen,


jetzt noch ein paar Worte von mir:

Was mir auf JEDEN Fall gefehlt hat war der Bodycheck. Der hätte auf jeden Fall kommen müssen. Und grade beim Bodycheck auch gerne kurz mal den Helm und Sonnenbrille abnehmen und nachgucken. Als ich an den Unfallort kam war das so erstmal das erste was ich nachgeguckt habe: Helm beschädigt?
Der Bodycheck hätte dann weiterhin ergeben das das Mädchen leichte Schmerzen in der linken Schulter und im linken Handgelenk hat.
Dann hätte noch eine Pulskontrolle dazu gehört.

Zur Schienung:
Ich hatte mich dazu entschlossen das Knie in der Haltung zu fixieren die das Mädchen schon selbst eingenommen hatte. Dazu habe ich den Samsplint ungefähr in der Hälfte umgeklappt (so das der ungefähr einen 90 ° winkel hatte) und dann W-Förmig geformt und angepasst. War sicher nicht ideal, aber für den Transport ausreichend.


2. Kleidung im Schnee und in der Kälte aufzuschneiden ist sicherlich nicht optimal. Wärmeschutz ist wichtig. Gut, daß Ihr das unterlassen habt.

Vor allem da die Information, die du durch das Aufschneiden der Kleidung gewinnst, für dich wenig bis keinen Belang hat. Die Behandlung bleibt ja identisch: Immobilisation. Dagegen hat der Wärmeerhalt absoluten Vorrang.
SSD-Koordinator
Rettungssanitäter & Gruppenführer

13.04.2009, 09:30
@Tecan

Woher hattest Du das ganze Material? Ich hab' nicht mal ein Pflaster im Skirucksack...

13.04.2009, 10:15
Die Bergwacht war ca 5 Minuten später als ich da. Außerdem habe ich, da ich auch Gruppenführer bei den Pfadfindern bin, ein EH Set das mit Samsplint, Fixierbinden, Diagnostikleuchte usw ausgestattet ist. Schrieb ich auch am Anfang des Fallbeispiels. Da das nur 20 * 10 * 5 cm groß ist passt das locker in meinen kleinen Skirucksack rein.
In dem Sinne, allzeit Bereit
SSD-Koordinator
Rettungssanitäter & Gruppenführer

13.04.2009, 10:37
Alles klar. So lang Du noch Platz für eine zünftige Brotzeit im Rucksack hast, ist das okay...

16.04.2009, 00:03
Ich hab aber auch nen EH-Set im Rucksack beim Ski und Snowboardfahren...ich fahr oft abseits der Piste und hab auch LavinenPieps (LVS) und Schaufel und Sonde so dabei...

(zusätzlich auch noch Ersatzbrille/handschuhe UND meine Semmel ;) ist zwar schwer aber auch sicherer im Powder)
Zuletzt geändert von kiwi8 am 16.04.2009, 00:07, insgesamt 1-mal geändert.

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