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14.03.2010, 10:13
Edit: Thema wurde aus Patienten stören herausgelöst und in EH und Notfallmedizin verschoben. Carina


Ja der Junge hatte nasenbluten und hat nicht stillgehalten und ist auch die ganze zeit hochgekommen und so, ich habe versuchtihm zu sagen, dass er mit dem kopf untenbleiben soll, aber sobald ich mich rumgedreht habe, hat der geau das gegenteil von dem gemacht, was ich gesagt habe.
Zuletzt geändert von L!$@94 am 14.03.2010, 12:33, insgesamt 2-mal geändert.
17 Jahre
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Das beste im Leben ist es ein Genie zu sein und es als einziger zu wissen

14.03.2010, 10:25
Den hätte ich aber auch nicht flach hingelegt... Lagerung nach Patientenwunsch ist oft ne gute Sache!
An dieser Stelle besteht zum Beispiel die Gefahr, dass das Blut nicht richtig abfließen kann... Du solltest dringend einen Erste-Hilfe.Kurs machen!

14.03.2010, 10:32
Gerade Lagerung ist eine Sache, wo der Patient meist am Besten selbst weiß, was er will bzw. die optimale Lage schon von selbst einnimmt - der Patient mit atemnot wird sich selbst so aufsetzen, dass er die Atemhilfsmuskulatur nutzen kann, bei Bauchschmerzen zieht man die Beine von selbst an und der Patient mit Nasenbluten will auch nur, dass das zeuch rausläuft, ohne den Umweg über den tiefen Respirationstrakt zu machen. Von daher ist es immer ungünstig, hier entsprechend gegen zu agieren - der Patient hat das Gefühl, dass mit ihm etwas gemacht wird, was nicht hilft (Verlust des Vertrauens) und wird sich widersetzen - dann noch Widerworte oder Haltungen wie der "Patient stört" entgegenzubringen macht alles - zu Recht - kaputt!
Besser ist es, auf die Wünsche des Patinten einzugehen, entsprechend zu unterstützen (beispielsweise die angezogenen Beine mit ner Knierolle zu entlasten oder bei Nasenbluten die Kleidung mittels Tüchern ect. zu schützen.

Bei wirklich zwingenden Lagerungen (vor allem stabile Seitenlage, aber auch SChocklage) ist der Patient ohnehin nicht in der lage, dagegen Einspruch zu erheben...

Also bei solchen Sachen nicht die "Schuld" am Patienten suchen, sondern immr und zuerst an die eigene Nase fassen!

14.03.2010, 10:39
Meistens gibt sich das mit dem Nasenbluten ja eh schnell.

Einfach Pat. hinsetzen, Kopf nach vorne beugen lassen, auslaufendes Blut mit Kompresse oder Zellstoff auffangen und Kühlpack in den Nacken. Dadurch ziehen sich die Blutgefäße etwas zusammen und die Blutung steht eher.

Wichtig: Nach Gewalteinwirkung fragen (Nase ggf. abtasten) und Blutdruck messen!

Bei älteren Patienten kann Nasenbluten auf einen hypertensiven Notfall (entgleiser Bluthochdruck) hindeuten. Diese Pat. haben oft auch zusätzlich einen hochroten Kopf.

Edit:
Wenn das Nasenbluten jedoch nach einigen Minuten nicht steht und nach wie vor viel Blut verloren geht: Gefahr des Volumenmangels (durchaus auch durch starkes, unstillbares Nasenbluten!). Schocklage und Rettungsdienst alarmieren! Ständig Blutdruck kontrollieren.
Zuletzt geändert von Hajo Behrendt am 14.03.2010, 10:42, insgesamt 1-mal geändert.
35 Jahre, Im-RTW-beim-Patienten-Sitzer, hauptamtlicher "Zivi"-in-den-Hintern-Treter, ehrenamtl. Löschknecht, Obermufti von einigen SSDs -- im schönsten Bundesland der Welt: Schleswig-Holstein!

14.03.2010, 10:42
Also aus Lisa´s Beitrag lässt sich jetzt nicht entnehmen, das sie den Patienten Flach gelagert hat.

Ich denke sie meint mit "untenbleiben", das der patient den kopf nicht unten gehalten hat und nicht, das er nicht liegen bleiben wollte.


[SIZE=2,5]Lasst doch bitte Lisa sich dazu nochmal äußern und dann bitte BTT[/SIZE]

14.03.2010, 10:55
Einfach Pat. hinsetzen, Kopf nach vorne beugen lassen, auslaufendes Blut mit Kompresse oder Zellstoff auffangen

und
und nach wie vor viel Blut verloren geht


Besser ist das Auffangen des Blutes in einer Nierenschale, Schüssel ect... so ist eine Beurteilung der Menge deutlich besser möglich - am besten setzt man solche leute vors Waschbecken, da hat man kaltes Wasser für den Nacken, die patienten können sich eine Schale davorhalten und nach Sistieren der Blutung waschen.

Wenn das Nasenbluten jedoch nach einigen Minuten nicht steht und nach wie vor viel Blut verloren geht: Gefahr des Volumenmangels (durchaus auch durch starkes, unstillbares Nasenbluten!). Schocklage und Rettungsdienst alarmieren! Ständig Blutdruck kontrollieren.

Bei weiterhin starkem Nasenbluten kommen die Leute definitiv nicht in Schocklage - Die Aspirationsgefahr ist viel zu hoch.

14.03.2010, 11:03
Du kannst den Kopf ja seitlich drehen! (Edit: Oder anheben)

Außerdem sollten die Schutzreflexe ja noch vorhanden sein... Ist ja nicht bewusstlos...

Da muss man überlegen, was momentan wichtiger ist. Aus meiner Sicht i. d. R. die Kreislaufstabilisierung.

Ist vllt. auch wieder ein Streitthema.


Anderes Thema:

Das mit dem Wasser aus dem Wasserhahn über den Nacken laufen lassen, finde ich dähmlich. So wird doch die Bekleidung durchnässt. Ich frage mich, ob die Patienten das dann auch so lange aushalten, in dieser Lage zu verweilen.
Zuletzt geändert von Hajo Behrendt am 14.03.2010, 11:10, insgesamt 1-mal geändert.
35 Jahre, Im-RTW-beim-Patienten-Sitzer, hauptamtlicher "Zivi"-in-den-Hintern-Treter, ehrenamtl. Löschknecht, Obermufti von einigen SSDs -- im schönsten Bundesland der Welt: Schleswig-Holstein!

14.03.2010, 11:09
SORRY ich habe mich falsch ausgedrückt. Mit hochkommen meinte ich den kopf heben.

Der saß und sollte den kopf nach unten halten. Dann ist der aber immer jhoch ghekommen und hat gelacht und so und dabei den kopf in den nacken gelegt
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14.03.2010, 11:28
ich könnte mir vorstellen, einen Patienten mit unstillbarem Nasenbluten in Bauchlage in eine Schocklage zu legen... Aber das ist dann definitiv keine Lehrmeinung mehr!

14.03.2010, 11:31
Original von Hajo Behrendt
Du kannst den Kopf ja seitlich drehen! (Edit: Oder anheben)

Außerdem sollten die Schutzreflexe ja noch vorhanden sein... Ist ja nicht bewusstlos...

Da muss man überlegen, was momentan wichtiger ist. Aus meiner Sicht i. d. R. die Kreislaufstabilisierung.

Naja, A vor C...
Schutzreflexe heißt, dass er noch hustet oder das zeuch ggfl. schluckt - schlucken ist schlecht (Blut im Magen führt häufig zu Erbrechen), Husten ist auch schlecht - dann muss der Maler kommen....

zur Seite Drehen bei Rückenlage - wird das Blut nicht vollständig an der Nasenspitze rauslaufen, sondern auch nach hinten, sonst müsste man ja schon mehr als eine 90 ° Drehung mit dem Kopf absolvieren - normal ist das:
http://anhaltspunkte.vsbinfo.de/grundsaetze/nom7.htm
und dabei läuft es halt nicht vorne raus[/quote]
Das mit dem Wasser aus dem Wasserhahn über den Nacken laufen lassen, finde ich dähmlich. So wird doch die Bekleidung durchnässt. Ich frage mich, ob die Patienten das dann auch so lange aushalten, in dieser Lage zu verweilen.

jepp, ist auch dämlich - wir sind ja nicht bei Kneipp....

14.03.2010, 11:38
Original von Buschi
ich könnte mir vorstellen, einen Patienten mit unstillbarem Nasenbluten in Bauchlage in eine Schocklage zu legen... Aber das ist dann definitiv keine Lehrmeinung mehr!

Das mag vielleicht auf einer Schiefen Ebene gehen (z.B. Trage), nicht aber ohne Hilfsmittel - außerdem spricht eine Atmungsbehinderung, eingeschränkte Patientenbeobachtung, deutlich erschwerte Zugänglichkeit des Gesichts bei Komplikationen .... dazu.
Aber ich kann es mir jetzt konkret nicht vorstellen, wie das aussehen soll.

Wenn es zunehmend zum Schock mit möglicherweise Bewusstseinseinschränkung kommt, kann man in SEitenlage auf einer schiefen Ebene eine Schocklage herstellen... z.B. Spineboard, Trage ect.
Ansonsten kann natürlich nach Stoppen der Blutung (zB. Belloq-Tamponaden, Masing-Tuben...) eine normale Schocklagerung hergestellt werden.

14.03.2010, 12:15
Bleibt noch das Anwinkeln des Kopfes mit Unterfütterung z.B. durch einen Kopfkeil / ein Kissen etc.

Da sollte das Blut dann aber definitiv herauslaufen...

Taschenmesser-Position (Schocklage mit leicht erhöhtem Oberkörper/Kopf wäre vielleicht auch ein Kompromiss.

Aber mal ehrlich: Ich habe noch nie einen Patienten erlebt, bei dem das relevant gewesen wäre.

Die Idee mit der Nierenschale zur Abschätzung des Blutverlustes ist gut...

In der Regel wird die Blutung ja aber nach einigen Minuten zum Stehen kommen, gerade bei Schülern. Da reicht meist eine vorgehaltene Kompresse erst einmal aus.

Tamponieren ist dann eher eine Maßnahme für das Krankenhaus... ;)
35 Jahre, Im-RTW-beim-Patienten-Sitzer, hauptamtlicher "Zivi"-in-den-Hintern-Treter, ehrenamtl. Löschknecht, Obermufti von einigen SSDs -- im schönsten Bundesland der Welt: Schleswig-Holstein!

14.03.2010, 13:10
Tamponieren ist dann eher eine Maßnahme für das Krankenhaus... Augenzwinkern

Oder bei schwerstem Nasenbluten (wo dann auch die Schocklage relevant wird) für den Rettungsdienst.....

Oft hilft dann auch im Rettungsidenst die (lockere) Tamponade mit einer mit verdünnter Supralösung getränkten Kompresse...

Ein wirkliches Austamponieren der kompletten Nase ist schon deutlich aufwendiger, die "kleine Lösung" mit Nasenspekulum, Pinzette und z.B. Clauden-Tamponade ist aber auch häufig auf Rettungsmitteln zu finden. (Nasenspekulum ist auch für Tracheostoma-Notfälle ect. ne nette Sache und von daher auch zu empfehlen). Die richige Belloq-Tamponade erfordert i.d.R. schon einen HNO-ler.

14.03.2010, 13:59
Das Austamponieren einer Nasenblutung ist eigentlich denkbar einfach, wenn auch für den Patienten unangenehm:

Blasenkatheter ins blutende Nasenloch einführen bis der Cuff im Rachen liegt. Cuff dann blocken und Katheter bis zum Widerstand zurückziehen. Damit kann kein Blut mehr in Richtung Rachen fließen. Sollte es nun noch nach vorne herauskommen, kann man das Nasenloch neben dem Katheter noch mit einer Kompresse austamponieren.

Abgesehen davon wird die tatsächliche Blutung aus der Nase doch zumeist überbewertet.
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14.03.2010, 15:33
Ich hab da mal ne Frage: Ab wann sollte man denn ungefähr den RD hinzuziehen, gibts da so ne bestimmte Zeit oder so?
Also im Handbuch Sanitätsdienst vom DRK steht Übrigens das man Patienten mit Gesichtsblutungen auf den Bauch legen soll und die Stirn auf die verschränkten Arme legen soll so das das Blut abfliessen kann.
Und ich hab bei meinem Sportlehrer gesehen das der als eine Nasenbluten hatte den Nacken massiert hat. Macht das überhaupt Sinn?

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