Airwaymanagement und Reanimation

Hier kann über alle Maßnahmen von der Ersten Hilfe bis zur klinischen Behandlung diskutiert werden.

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23.05.2011, 21:58
Hallo!

In einem Gespräch mit einer Rettungssanitäterin ging es heute um folgende Dinge:

Anwendung von:

Stifneck
Larynxtubus
Güdeltubus

Der Punkt ist nun: Sie meinte, dass selbst bei ihr oder so manchen RettAss die Anwendung eines Stifnecks nicht immer gut gelingt und dass bei der ein oder anderen Reanimation der Güdel verrutscht. Außerdem wunderte sie sich, dass ich einen Larynxtubus in einem anderen (kirchlichen) Sanitätsdienst anwenden darf. Sie meint halt, dass bei einem SanH der Puls auf 180 geht, wenn er auf einmal reanimieren muss, oder einem Schwerverletzten einen Stifneck anlegen muss und dass es manchmal auch nicht bei den Profis klappt.

Meine Frage ist einfach: Wie sind eure Erfahrungen bei so Sachen wie das Anlegen eines Stifnecks? Könnt ihr es? Sitzt er danach perfekt? Wie sieht es mit dem Larynxtubus aus? Beherscht ihr die Anwendung? Oder die Maskenbeatmung? Habt ihr euer Wissen schon mal Anwenden müssen (REA)?

Die Fragen klingen etwas komisch, aber ich will mal ein paar Erfahrungen hören. Ich für meinen Teil kann nur sagen, dass ich meiner Meinung nach die Anwendung von Stifneck und Larynxtubus sowie das Reanimationsschema bzw. ABCDE Schema auf SanH-Niveau beherrsche, da ich es regelmäßig übe. Ich musste es aber noch nie richtig anwenden, deshalb willl ich ein paar Erfahrungen einfach mal hören. :-)

23.05.2011, 22:14
Stifnecks muss man ab und zu benutzen, aber bei mir sitzen die auch net immer richtig auch wenn ich das bis jetzt nur in Übungen gemacht habe11 (Gott sei Dank für den Patienten :b)
Ich persöhlich komme irgentwie mit einem Larynx-Tubus besser klar als mit der Maske. Ich brauche zwar etwas länger, als mit der Maske, wenn ich Beißschutz reinmache und befestige, aber dafür bin ich danach
1. sicher, dass alles richtig sitzt, e im Gegensatz zur Maske. Die Maske sitzt bei mir nicht immer richtig
2. Ich habe beide Hände frei
3. und ich muss nicht immerwieder neu ansetzen

der Beutel liegt dann immer auf meinem Bein und wenn ich Luft pumpen muss, nehme ich ihn schnell in die Hand, pumpe ruhig 2x, lege ihn dann wieder auf mein Bein und mahe da weiter, wo ich aufgehört habe, also meist beim AED.

Aber! Übung macht den Meister!

P.S. du bist nicht der einzige, der solche Fragen stellt xP
Seit 2011 Schulsanitäter und ausgebildeter Sanitätshelfer
Leiter der SSD's
Mit Herz und Seele im DRK
Absoluter Medizin-Fanatiker :DDD

23.05.2011, 22:21
Ich denke genau wie du! Ich denke, dass ich es kann, möchte aber mal die Erfahrungen von Leuten hören, die schon mal reanimieren mussten, da ich mir wie gesagt ziemlich sicher in den Maßnahmen bin, aber doch ein wenig verunsichert bin, z.B. wie gut geht der Larynxtubus wirklich rein? Oder, oder oder...

23.05.2011, 22:22
Also ich kann da ihre Meinung schon verstehen. Der Puls geht sicherlich ab, wenn du da einen reanimierst und auch das anlegen eines Stifneck ist nicht das einfachste, wenn man es nicht regelmäßig übt.

Also zum Stifneck: Ich denke, dass ich es kann, weil ich es wirklich regelmäßig übe, in der Ausbildung, im SSD und in der Malteser Jugend, dazu wenn ich es für mich selber für nötig erachte. Ob ich ihn im Einsatz anwenden würde weiß ich nicht. Ich bin mir recht sicher im Umgang damit, also denke ich schon, dass ich ihn anwenden würde, bin mir aber nicht sicher. Larynxtuben legen habe ich nicht gelernt, halte es aber durchaus auch für SanHelfer, die es entsprechend gelernt haben für sinnvoll. In der Maskenbeatmung bin ich mir allerdings nicht 100prozentig sicher, hier merke ich selber, dass ich das echt malwieder üben müsste. ich würde es wahrscheinlich im Bedarfsfall probieren, aber wenn es nicht suffizient ist schnell auf Mund-zu-Nase umschwenken. Im Ernstfall anwenden musste ich es zum Glück noch nicht, also alles eher so, wie ich denke, es mir im Bedarfsfall zuzutrauen. Wie es tatsächlich sein wird: Ich werd es erst dann wissen...

LG Sebbe
meine ich ... RA-Azubi ... Ex-SSDler am WEG Büdingen; Feuerwehrler bei der örtlichen FF; Mitglied beim MHD und dort bei SanDiensten, Fahrzeugpflege, im KatS und als Gruppenleiter bei der Jugend dabei; 18 Jahre

23.05.2011, 22:23
Reanimieren musste ich glücklicherweise noch nicht! Ich glaub da wäre ich auch auf 180... aber, wer wäre das nicht? Mal abgesehen von denen, deren Hobby die Rea ist^^
Seit 2011 Schulsanitäter und ausgebildeter Sanitätshelfer
Leiter der SSD's
Mit Herz und Seele im DRK
Absoluter Medizin-Fanatiker :DDD

24.05.2011, 08:40
Das Thema hatten wir hier schonmal (mehrfachst).

Eine effektive Maskenbeatmung ist, vor allem wenn man es nicht regelmäßig am Real-Patienten durchführt, eine schwierige Technik. Das Risiko daran zu scheitern, gerade wenn "der Puls auf 180" ist, ist hoch - außerdem fehlt hierfür präklinisch ein Feedback (im Gegensatz zum Narkosegerät oder bei Verwendung eines Kapnographen). Zumal ich auch häufiger beobachte, dass Anfänger bei der Maskenbeatmung häufig auf das Halten der Maske schauen, dafür weniger auf Thoraxbewegungen des Patienten.
Durch Verwendung von Larynxtubus (oder die m.E. schlechtere Alternative Larynxmaske) lassen sich einige Probleme der Maskenbeatmung (Abdichtung, Magenüberblähung) reduzieren, Die Anwendung ist recht einfach und schnell.
Nach Einlage und Fixierung entfällt das Neupositionieren der Maske, falls man zwischendurch mal was anderes (z.B. AED) gemacht hat, zudem kann asynchron zur HDM beatmet werden, was natürlich unterbrechungen der HDM weiter reduziert.

Insgesamt spricht also sehr viel für den LT, sofern daran ausreichend ausgebildet wird. Trotzdem muss man dabei, genau wie bei der Maskenbeatmung auch, kritisch sein, ob man nun effektiv beatmet - im Zweifelsfall also Abbrechen und die Methode ändern (z.B. Maskenbeatmung mit zwei Helfern, Mund-Nase)...

24.05.2011, 10:52
Gehen wir das dch mal durch:
Mit dem Stifneck habe ich weniger Probleme. Ich übe es selbst natürlich regelmäßig in Fortbildungen und bringe es hin und wieder auch mal andere bei. Auch im Einsatz habe ich ihn schon öfters verwendet, dann auch schon in Situationen, wo der Patient dann zum Beispiel so auf der Seite lag, dass der Klett vom Stifneck genau "unter" dem Patienten lag.

Beutel-Maske-Beatmung:
An der Puppe kein Problem. Ich habe es bis jetzt einmal, aber unter klinischen Bedingungen (OP) am echten Objekt gemacht und hatte da beim dicht bekommen der Maske auch kein Problem, jedoch dabei, dass ich zunächst zu oft beatmet habe. Das wird aber bei einer 30:2 Rea wohl kein Problem sein.

Larynxtubus:
Ist im Sanitätslehrgang bei mir gelehrt worden, aber in Leverkusen bis jetzt nur auf den NEFs vorgehalten, sodass ich noch keine Erfahrungen am Patienten sammeln konnte.
An der Puppe hat es aber wunderbar geklappt, ist auch nach etwas Übung nicht schwer.
Ich bin als Rettungsschwimmer geboren, mit Wasser gestillt und aufgezogen! Hurra!:P

leverkusen.dlrg.de
www.drk-lev.de

24.05.2011, 11:04
Zum Glück hatte ich bis jetzt erst eine Rea. Damals war der LT noch nicht eingeführt bei uns. Somit beatmeten wir den Patienten über Maske. Dadurch daß der Patient eine Zahnprothese (nicht eingelegt). Wir hatten einige Probleme die Maske dicht zu bekommen.
Bei uns sind seit über einem Jahr (oder mehr) der LT eingeführt und hat sich gut bewährt.

Immobilisationskragen anlegen beim Patienten, Übung ist das eine, die Praxis das andere. Persönlich bevorzuge ich eindeutig die X-Collar. Die sind in meinen Augen unkomplizierter anzulegen.

Klar, wenn man in die Situation kommt, ist man immer etwas aufgeregter. Aber wenn man sich in der Handhabung dieser durch Übungen sicher ist, ist man in der Anwendung schon erheblich beruhigter.
Wir werden aus den schönsten Träumen gerissen,
um so manchen Alptraum zu erleben.

Tauchen - Klettern - Geocaching - Feuerwehr

24.05.2011, 11:17
Original von abgesoffen
Persönlich bevorzuge ich eindeutig die X-Collar. Die sind in meinen Augen unkomplizierter anzulegen.

Ich habe bis jetzt noch nicht mit dem X-Collar arbeiten dürfen, halte das aber aufgrund der vielen Bänder und des Rückendorns für recht kompliziert.
Mein Favorit ist der Perfit ACE von Ambu, da er im Gegensatz zum Stifneck Select von Laerdal mehr Einstellmöglichkeiten bietet, also man kann ihn genauer auf die individuelle Halsgröße anpassen als den Stifneck Select, der ja nur 4 Einstellmöglichkeiten hat.
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24.05.2011, 11:23
Wo uns das Teil vorgestellt wurde, habe ich das gleiche gedacht. Aber in der Praxis anschließend (Übung) hat sich dies ins Gegenteil gewendet. Klar, wie bei jedemGerät muß man den Umgang zuvor üben.
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24.05.2011, 12:40
Stifneck®: Anwendung klappt eigentlich recht gut. Auch bei echten Patienten, nicht nur in der Übung.

Beutel-Maske-Beatmung: Nur im OP und noch an der Übungspuppe. Bei allen nicht-klinischen Reanimation werden bei uns hier direkt Larynxtuben gelegt, so, dass die Beutel-Masken-Beamtung entfällt.

Larynxtubus: Natürlich klappt das Legen eines Larynxtubus' gut. Ist eigentlich ziemlich einfach, an der Puppe kann mans recht schön trainieren, am echten Patienten ist es nicht schwerer, meiner Erfahrung nach.
Bei uns hier im SanD-Bereicht werden auf allen Rucksäcken neben den Masken und endo. Tuben auch die Larynxtuben (inkl. Zubehör) vorgehalten, gleiches im Rettungsdienst. Bei einer rettungsdienstlichen Reanimation, die bei denen ich dabei war, hat der RA immer einen Larynxtubus zur Atemwegssicherung platziert, die endo. Intubation ist hier etwas außer Mode.
19 Jahre. Abiturient. Helfer-vor-Ort. Rettungssanitäter. Nebenamtlich im Rettungsdienst. Humanmedizinstudent im 2. Semester, EKT. Ausbilder EH, LSM, EH am Kind.

24.05.2011, 15:24
Bei mir hat das Anlegen der Halskrause beim Üben bis jetzt immer ganz gut geklappt. Mein Favorit ist auch der AMBU Perfit ACE wegen der besseren Einstellungsmöglichkeiten.

Der Larynxtubus wurde bei uns auch ausgebildet und meiner Meinung nach kann man damit als Person, die selten mit Maske beatmet, schneller effektiv beatmen als mit der Maske. Bei mir ist es zumindst so, dass die Maske anfangs nicht richtig anliegt und somit keine Luft beim Patienten ankommt.
Der Rettungsdienst legt bei uns auch bevorzugt den Larynxtubus. Richtig intubiert wird nur noch gelegentlich, kommt aber auch auf den NA an.

24.05.2011, 19:22
Also ich für meine Person kann behaupten, dass ich in der Anwendung der hier genannten Materialien keine Probleme habe. Weiterhin wage ich mal zu behaupten, dass es für mich kaum noch Situationen im Einsatz gibt, wo mein Herzschlag weit jenseits der Hundert wandern würde ... ;)
Das mag jetzt für einige überheblich klingen, ist aber so.

Gruß Jürgen

24.05.2011, 19:48
Überheblich klingts nicht.
Du bist ja auch schon ein paar Jährchen länger in dem Milieu beschäftigt als die meisten von uns. ;)

25.05.2011, 10:51
Das die Halskrausen nicht immer gut anzulegen sind liegt nicht nur an den Helfern, sondern oft genug an der Situation (liegend, sitzend, Seitenlage), und auch an den Produkten.
IMMER gelingt mir sicherlich die Anlage nicht.

Das Argument der Helfer sei sehr nervös ist natürlich ein Totschlagargument für alle Maßnahmen jenseits der EH....

Die Beutel-Masken-Beatmung an der Puppe ist leicht zu erlernen, am Menschen deutlich schwieriger (Erfahrungen von Reas präklinisch und klinisch in der Anästhesie). Der Larynxtubus ist hingegen denkbar einfach zu platzieren sowohl an der Puppe wie auch an Menschen ( klinisch Anästhesie).

Die Meinung der RS klingt ein wenig beschränkt und uninformiert, auch klingts als fühlte man sich bedroht, das "niederes" Personal mit "meinem" Spielzeug spielen darf...
" Die jungen Leute von heute sind wesentlich angenehmer als in den 60er, 70er und 80er Jahren. Sie sind toleranter und respektvoller, auch älteren Leuten gegenüber. "
- Heino

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