Einführung an unserer Schule

Egal ob Sportveranstaltung, Schultheater, Tag der offenen Tür oder einfach nur der tägliche Ablauf im SSD. Hier könnt ihr über organisatorische Dinge plaudern.

Foren-Übersicht Schulsanitätsdienst Organisation

03.08.2010, 21:41
Hallo.

An unserer Schule gab es bislang noch keinen Sanitätsdienst.

Da ich selbst einen EH-Kurs habe und im Winter auch den Sanitäter-Lehrgang machen werde dachte ich mir, man könne so etwas auch an unserer (Realschule) ins Leben rufen.

Nun wollte ich euch fragen, mit welchen Argumenten, Informationen etc. ich am besten zur Schulleitung gehe, damit diese an der Sache möglichst Gefallen findet.
In wie weit könnte ich, und welche "Vorbereitungen" könnte ich selbst schon treffen. Denn wenn ein Teil der Arbeit schon erledigt ist, bleibt weniger für die Schulleitung, welche das sicher gut zu heißen weiß.


LG Fabian

03.08.2010, 21:48
Hallo Fabian,

wie alt bist du eigentlich?
Hättest du noch weitere Mitstreiter?
Gab es an deiner Schule mal einen SSD?
Gibt es eine AG in dieser Richtung?
Bei wem und warum machst du deinen Sanitätslehrgang?

Wie bist du auf die Idee des SSD gekommen?
- Was hat dich persönlich auf diese Idee gebracht?
- Bist du in einer Hilfsorganisation tätig?
- Schätzt du deine Schulleitung so ein, dass sie die Gründung eines SSD unterstützen würde?

Als Erstes solltest du vielleicht mal abklären, ob es noch ein paar andere Interessierte gibt, bei der Schulleitung anfragen, ob sie diese Idee befürworten (ein paar Stichwortargumente die ganz gut wirken: Schüler helfen Schülern, Soziales Engagement der Schülerschaft, Vorzeigeschild "Wir haben einen schicken SSD", neue AG, medizinische Erstversorgung von Schülern UND Lehrern ist im Notfall gesichert).
Dann wäre es hilfreich, eine HiOrg zu haben, die das ganze unterstützt. Zudem bräuchtest du noch einen Betreuungslehrer und DANN sollte man noch über die Finanzierung sprechen
- von HiOrg Seite aus
- durch Spenden (Sammeln am Tag der offenen Tür/Schulfest/einfach so)
- durch die Schule
- durch die Stadt/das Bundesland als Schulträger
- durch den Förderverein.

In diesem Sinn...

03.08.2010, 22:00
Hallo David,
Danke für deine Antwort.

Weritere Mitstreiter würden sich bestimmt finden lassen.
Einen SSD gab es bislang noch nicht.

Den Sanitäterlehrgang mache ich beim DRK.

Die Idee kam mit eher spontan als ich im Internet auf dieses Forum gestoßen bin. Die Sache mit "Schülern helfen Schülern" finde ich persönlich sehr gut.

Ich bin bei Feuerwehr und DRK.

Ich denke das die Schulleitung die Sache bei ausreichender Argumentation befürwortet.
Werde wenn die Schule wieder los geht, mich einmal mit der Schulleitung zusammensetzen.


Gibt es noch weitere Vorschläge?

LG Fabian

03.08.2010, 22:17
Ja, noch nen Zusatz von mir ;)

Dieser Text hier: Klick mich!
Könnte dir in Bezug auf "Schüler helfen Schülern" vielleicht noch das eine oder andere Argument liefern ;-)
Der Text lässt sich übrigens auch auf den Seiten mehrerer anderer Schulsanitätsdienste finden. Von wem jetzt das Original ist, weiß ich leider nicht.

Original von David
wie alt bist du eigentlich?

-> ich fragte, weil andere hier im Forum berichtet haben, dass sie es aufgrund ihres Alters enorm schwer hatten, einen SSD zu gründen oder sich in ihrem SSD Respekt zu verschaffen.

04.08.2010, 09:07
Hallo David.

Ich bin 15 Jahre alt.
Komme jetzt in die 10. Das heißt, gehöre zur obersten Jahrgangsstufe.

Danke auch für den Link, werde mir den mal anschauen.

LG Fabian

04.08.2010, 09:31
Na ja, in den Link sind ja auch einige Beschreibungen dabei, die aus meiner Sicht nicht überall zutreffen. Ich finde den Text persönlich nicht so gut.

"Sie betreuen und versorgen dann einfache Verletzungen oder plötzliche Erkrankungen unter der Aufsicht einer Lehrkraft. Bei schwerwiegenden Verletzungen und Erkrankungen setzen Sie den notwendigen Notruf ab und sorgen so für eine weitergehende qualifizierte Versorgung durch den Rettungsdienst. Dabei überbrücken die Schulsanitäter die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes durch seelischen Beistand und stellen somit selbst ein wichtiges Bindeglied innerhalb der Notfallversorgung dar."

Heißt für mich:

- Bei jeder (auch noch so kleinen) Versorgung muss eine aufsichtsführende Lehrkraft dabei sein -> Reine Utopie!

- Es sieht so aus, als hätten die Schulsanitäter bei "schwerwiegenden Verletzungen und Erkrankungen" keine andere Aufgabe, als den Notruf zu wählen und die psychische Betreuung durchzuführen.

- Die medizinischen Aspekte treten hier völlig in den Hintergrund. Aus meiner Sicht sollte der Schulleitung schon klar gemacht werden, dass die Ausbildung der Schulsanitäter über einen normalen Erste-Hilfe-Kursus hinausgeht und sie so besser in der Lage sind, eine qualifizierte Erstversorgung vorzunehmen. Ihre Ausbildung übertrifft die der Lehr- und Verwaltungsfachkräfte, was zu einer Qualitätsverbesserung in der Notfallversorgung führt.

Wer die Schulsanis dazu degradiert, bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes ausschließlich weitere "seelische Betreuung" durchzuführen (so liest es sich!), hat vielleicht ein bisschen viel Weihrauch geschnüffelt... :)
35 Jahre, Im-RTW-beim-Patienten-Sitzer, hauptamtlicher "Zivi"-in-den-Hintern-Treter, ehrenamtl. Löschknecht, Obermufti von einigen SSDs -- im schönsten Bundesland der Welt: Schleswig-Holstein!

04.08.2010, 09:51
Original von Hajo Behrendt
Na ja, in den Link sind ja auch einige Beschreibungen dabei, die aus meiner Sicht nicht überall zutreffen. Ich finde den Text persönlich nicht so gut.

"Sie betreuen und versorgen dann einfache Verletzungen oder plötzliche Erkrankungen unter der Aufsicht einer Lehrkraft. Bei schwerwiegenden Verletzungen und Erkrankungen setzen Sie den notwendigen Notruf ab und sorgen so für eine weitergehende qualifizierte Versorgung durch den Rettungsdienst. Dabei überbrücken die Schulsanitäter die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes durch seelischen Beistand und stellen somit selbst ein wichtiges Bindeglied innerhalb der Notfallversorgung dar."

Heißt für mich:

- Bei jeder (auch noch so kleinen) Versorgung muss eine aufsichtsführende Lehrkraft dabei sein -> Reine Utopie!

- Es sieht so aus, als hätten die Schulsanitäter bei "schwerwiegenden Verletzungen und Erkrankungen" keine andere Aufgabe, als den Notruf zu wählen und die psychische Betreuung durchzuführen.

- Die medizinischen Aspekte treten hier völlig in den Hintergrund. Aus meiner Sicht sollte der Schulleitung schon klar gemacht werden, dass die Ausbildung der Schulsanitäter über einen normalen Erste-Hilfe-Kursus hinausgeht und sie so besser in der Lage sind, eine qualifizierte Erstversorgung vorzunehmen. Ihre Ausbildung übertrifft die der Lehr- und Verwaltungsfachkräfte, was zu einer Qualitätsverbesserung in der Notfallversorgung führt.

Wer die Schulsanis dazu degradiert, bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes ausschließlich weitere "seelische Betreuung" durchzuführen (so liest es sich!), hat vielleicht ein bisschen viel Weihrauch geschnüffelt... :)



Also ich interpretiere den Text ganz anders :

Für mich ist es so verständlich, daß die Schulsanitäter kleinere Wehwehchen durchaus selbst ohne den RD rufen zu müssen, versorgen können. Und es ist durchaus so, daß bei minderjährigen Schulsanitäter eine Lehrkraft anwesend sein sollte, sie dürfen einen Einsatz auch beginnen sollte keine Lehrkraft oder eine andere verantwortliche Person der Schule anwesend sein, sie müssen diese aber IMMER darüber informieren oder dazuholen. Die Schulsanitäter dürfen rechtlich gesehen einen Einsatz nicht einfach so beenden ohne einen Verantwortungsträger informiert zu haben. Die Verantwortung für die Durchführung der Ersten Hilfe Maßnahmen obliegt in diesem Fall bei minderjährigen immer bei der Schulleitung und eben NICHT bei den Schulsanis.
Und bei etwaigen schlimmeren Notfällen wählen sie eben den Notruf und informieren den RD über die vorgefundene Lage und leisten hier auch wichtigen " seelischen Beistand " bis zum Eintreffen des RD. Natürlich versorgen sie auch in der Zwischenzeit den Patienten so wie sie es gelernt haben. Da sie ja die verletzten/erkrankten Schüler wohl kennen ist dies ein nicht zu unterschätzender Beitrag der Ersten Hilfe wie ich sie verstehe.

Somit sehe ich den Text nicht ganz so verkehrt wie Hajo ... ;)


und murdocq : der absolute Tipp ist, dir eine Hiorg zu suchen und dein Anliegen vorzutragen. Da gibt es bestimmt eine Person, die für solche Dinge zutändig ist und dann liegt auch ein sachliches und vernünftiges Konzept vor. Zusammen mit dieser Person marschierst du dann zu deinem Schulleiter und präsentierst dein Angebot. Es müsste dann schon mit dem Teufel zugehen wenn man diesen Vorschlag nicht annehmen würde oder zumindest mal in eine Versuchsphase geht.
So ganz alleine und ohne jegliche fachliche Unterstützung wirst du es ganz schwer haben dein Vorhaben in die Tat umsetzen zu können.

Gruß Jürgen
Zuletzt geändert von Onkel Juergen am 04.08.2010, 10:05, insgesamt 1-mal geändert.

04.08.2010, 10:05
Na ja, Jürgen,

du kannst ja nicht sagen, dass ich den Text "verkehrt" interpretiere...

Ich lese / verstehe ihn halt anders als du, kann dies aber auch anhand der Formulierungen begünden.

Somit ist meine Interpretation genauso richtig wie deine.

Halt echt ein Problem, wenn man diesen Text Schulleitungen vorlegen würde. Man weiß nie, wie die das dann interpretieren... Da sind später vielleicht Konflikte vorprogrammiert!

Der SSD soll ja das Schulpersonal in gewisser Weise entlasten. Wenn ich jetzt für jedes aufgeklebte Pflaster noch eine betreuende Lehrkraft hinzu holen würde, wäre die wohl ziemlich genervt und würde den Job nicht lange machen...

Natürlich ist es wichtig, bei schweren Notfällen oder RTD-Einsätzen auch die Schulleitung zu verständigen, aber anhand des ausgefüllten Verbandbuches bzw. der Protokolle lassen sich im "Normalfall" auch Rückschlüsse auf die Versorgungsqualität ziehen. Insbesondere, da Einsätze ja eh nachbesprochen werden :)
Zuletzt geändert von Hajo Behrendt am 04.08.2010, 10:07, insgesamt 1-mal geändert.
35 Jahre, Im-RTW-beim-Patienten-Sitzer, hauptamtlicher "Zivi"-in-den-Hintern-Treter, ehrenamtl. Löschknecht, Obermufti von einigen SSDs -- im schönsten Bundesland der Welt: Schleswig-Holstein!

04.08.2010, 10:14
Tja, so sind halt die Ansichten - du liest den Text aber eher negativ - kannst du ja auch nicht verleugnen. Aber das ist ja auch nichts schlimmes und ich glaube auch, ein Schulleiter, der ja sowieso so gut wie keine fachliche Ahnung hat, wird den Text nicht negativ sehen.
Und Lehrkräfte sind auch dazu da, bei Notfällen an der Schule anwesend zu sein - da ist es völlig egal, ob das nur einmal oder 10 mal am Tag ist. Das ist auch mit ihrem Job verbunden und ich als Vater würde mich da schon sehr drüber aufregen, wenn mein Sohn einen Unfall erleidet und man mir dann mitteilen würde, ein Lehrer war nicht anwesend gewesen weil er genervt oder für solche Dinge nicht zuständig wäre ... aber das ist ein anderes Diskussionsthema ;)

04.08.2010, 10:43
Ich kenne da (aus meiner persönlichen Erfahrung an allgemeinbildenden Schulen und auch aus diesem Forum) genug andere Beispiele:

"Uns wurde verboten, Blutdruck zu messen, weil wir ja mit dem Gerät angeblich nicht umgehen könnten und das eh nicht dürften"

"Wir sollen nur Wachdienst während der Pause machen. Bei Notfällen möchte die Schulleitung nicht, das wir tätig werden..."

Für eine Lehrkraft bedeutet die Übernahme einer med. Versorgung, dass sie 25 andere Kinder alleine sitzen lassen muss und dort ggf. ihre Aufsichtspflicht verletzt.

Der SSD sollte gerade bei diesem Dilemma eine sinnvolle Möglichkeit der Problemlösung sein. So ist die Lehrkraft schneller wieder frei für die Weiterführung des Unterrichts bzw. die Betreuung des Restes der Klasse. Das ist in meinen Augen die stichhaltigste Argumentation für die Einrichtung eines SSDs.

Schulleiter haben halt am meisten Angst vor rechtlichen Problemen...
35 Jahre, Im-RTW-beim-Patienten-Sitzer, hauptamtlicher "Zivi"-in-den-Hintern-Treter, ehrenamtl. Löschknecht, Obermufti von einigen SSDs -- im schönsten Bundesland der Welt: Schleswig-Holstein!

04.08.2010, 11:14
Wenn wir jetzt hier Einzelfälle aufzählen und in die Waagschale werfen dann kommen wir nie zu einem vernünftigen Ergebnis weil wir uns immer im Kreis drehen würden.
Fakt ist doch, daß es solche Schulsanitätsdienste - außer an einigen wenigen Schulen - erst ein paar Jahre gibt und vorher lief es doch auch, oder nicht ? Und ehrlich, wann passieren denn die meisten Einsätze an der Schule ? In den Pausen oder während des Sportunterrichtes. Und da ist eine Lehrkraft sowieso als Aufsicht abgestellt bzw. beim Unterricht anwesend.
Ich sehe es nicht wie du als ein Dilemma an, wenn in der Schule etwas passiert und auch der Schulsanitätsdienst ist nicht unbedingt in erster Linie dafür da, Lehrer hier zu entlasten. Unfälle respektive Erkrankungen hat es immer gegeben und wird es auch immer geben und das ist Alltag an einer Schule und damit wurden sie früher auch immer fertig. Und sicher hat die Schulleitung " Angst " vor möglichen rechtlichen Problemen - die hast du auch wenn du in einer Verantwortung stehst. Und da liegt es doch nahe, daß hier eben sachlich korrekt gehandelt wird. Wenn ich Schulleiter wäre dann würde ich aber so was dafür sorgen.
Ich hab es nun schon zum x- ten mal erwähnt : wenn man ein sachliches vernünftiges Konzept vorlegt und dann auch verwirklicht, dann dürfte es keine größeren Probleme beim Betrieb eines Schulsanitätsdienstes geben - dann gäbe es auch die Probleme nicht, die du in deinem letzten Posting angeführt hast ... ;)

05.08.2010, 14:37
Hallo,
danke erstmal für eure Antworten.

Wenn die Schule wieder los geht, werde ich erstmal bei der Schulleitung nachfragen ob diese prinzipiell nicht abgeneigt ist.

Dann werde ich ein fertiges Konzept erstellen und dieses der Schulleitung vorlegen.
Darin werde ich dann die Regelung der Alarmierungen, Dienste und Ausrüstung vorschlagen.

Eine Frage, ist es im SSD üblich sich für den Einsatz umzuziehen, oder macht man das in Zivilkleidung?

LG Fabian

05.08.2010, 14:43
Wenn ihr euch nicht voll zum Affen machen wollt, dann tragt im Alltag keine "Dienstkleidung" ;) .

Für irgendwelche Sanitätsdienste kann man das ganze Thema dann nochmal überdenken :) .

05.08.2010, 16:13
Natürlich nicht im Alltag.

Ich meinte dann bei Einsätzen.

LG Fabian

05.08.2010, 16:16
Bei Einsätzen im Alltagsdienst?
In meinen Augen auch nicht sinnvoll.

Zudem ist in diesem Zusammenhang problematisch, dass das Umziehen Zeit kostet (auch wenn es "nur" 30 Sekunden oder eine Minute sind). Diese Zeit geht euch als Ersthhelfer verloren und (zugespitzt formuliert) trefft ihr nur wenige Sekunden vor dem Rettungsdienst ein.

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